Reisen mit Katze: Wasserversorgung und Trinken unterwegs richtig planen

Urlaub, ein Wohnungswechsel oder der Besuch bei Verwandten: Gelegentlich lässt es sich nicht vermeiden, mit der eigenen Katze zu verreisen. Für die meisten Samtpfoten ist der Transport im Auto oder Zug jedoch mit erheblichem Stress verbunden. Auf längeren Strecken oder bei sommerlichen Temperaturen stellt sich daher schnell die Frage nach der optimalen Wasserversorgung. Ein dehydriertes Tier leidet deutlich stärker unter Reisebelastungen. Hier erfahren Sie, wie Sie das Trinken vor, während und nach der Fahrt strukturiert handhaben, damit Ihr Liebling wohlbehalten und entspannt ankommt.
Die Reise rechtzeitig im Vorfeld planen
Gewöhnen Sie Ihre Katze bereits einige Wochen vor dem Reisetermin behutsam an ihre Transportbox. Stellen Sie diese dauerhaft geöffnet im Wohnzimmer auf und statten Sie sie mit einer vertrauten Decke und schmackhaften Leckerlis aus. So wird die Box zu einem sicheren Rückzugsort und nicht mit negativen Erlebnissen verknüpft.
Leidet Ihre Katze unter starker Reiseangst oder Reisekrankheit, sprechen Sie vorab mit Ihrer Tierarztpraxis über geeignete Lösungen. Geben Sie niemals auf eigene Faust Humanmedikamente, selbst keine leichten Beruhigungsmittel für Menschen: Viele dieser Wirkstoffe sind für Katzen toxisch und lebensgefährlich.
Erkundigen Sie sich bei Auslandsreisen frühzeitig bei Ihrem Tierarzt über gesetzliche Einreisebestimmungen wie Kennzeichnung per Mikrochip, Tollwutimpfung sowie den blauen EU-Heimtierausweis.
Packen Sie ein praktisches Reiseset ein: Trinkwasserflasche, faltbaren Napf, etwas gewohntes Futter, Kotbeutel, Feuchttücher und saugfähige Wickelunterlagen für den Boden der Transportbox.
Fütterung und Tränken vor der Abfahrt
Geben Sie Ihrer Katze mehrere Stunden vor der Abfahrt nur eine leichte Mahlzeit statt einer üppigen Portion kurz vor Reiseantritt, um das Risiko von Übelkeit und Erbrechen während der Fahrt spürbar zu minimieren. Ihre Tierarztpraxis kann das optimale Zeitfenster für Ihr Tier individuell bestimmen.
Frisches Trinkwasser sollte Ihrer Katze hingegen bis zum Verlassen der Wohnung lückenlos bereitstehen. Ein vorab optimal mit Feuchtigkeit versorgtes Tier bewältigt Aufregung und wärmere Temperaturen wesentlich widerstandsfähiger.
Bei Kitten, Katzensenioren oder Tieren mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz müssen Sie zwingend tierärztlichen Rat einholen: Fasten oder eine verringerte Wasseraufnahme bergen bei diesen Tieren besondere gesundheitliche Risiken.
Stellen Sie Ihrer Katze kurz vor dem Einsetzen in die Transportbox nochmals frisches Wasser bereit. Drängen Sie das Tier jedoch zu nichts, falls es vor Aufregung ablehnt.
Wasser während der Fahrt richtig anbieten
Bei kurzen Autofahrten von wenigen Stunden benötigen die meisten Katzen kein Wasser und verweigern es unterwegs ohnehin. Solange die Gesamtfahrzeit überschaubar bleibt, ist dieses Verhalten völlig unbedenklich.
Legen Sie bei langen Fahrten alle zwei bis drei Stunden Pausen ein. Bieten Sie das Wasser in einem kleinen Napf ausschließlich im fest verschlossenen Wagen an. Öffnen Sie die Box niemals bei offenen Wagentüren, da eine panische Katze blitzschnell entlaufen kann.
Ein fester Napf, der direkt am Innengitter der Transportbox montiert wird, ermöglicht das Trinken zwischendurch. Füllen Sie ihn stets nur zur Hälfte, um ein Überschwappen während Bodenwellen oder Bremsmanövern zu verhindern.
Ein einzelner Eiswürfel im Napf schmilzt während der Reise langsam ab und spendet stetig frisches Wasser, ohne die Unterlage der Transportbox zu durchnässen.
Gefährliche Hitze im Fahrzeug vermeiden
Lassen Sie Ihre Katze unter keinen Umständen allein im Auto – nicht einmal für wenige Minuten und auch nicht bei geöffnetem Fensterspalt. Im Wageninneren staut sich Wärme extrem schnell zu einer tödlichen Hitzefalle an.
Sorgen Sie während der gesamten Fahrt für angenehme Temperaturen und schützen Sie die Transportbox vor direkter Sonneneinstrahlung. Meiden Sie im Sommer nach Möglichkeit die heißen Mittagsstunden für Ihre Reise.
Hechelt Ihre Katze mit offenem Maul, speichelt sie, wirkt unruhig oder apathisch, droht eine gefährliche Überhitzung. Steuern Sie sofort einen kühlen Schattenplatz an, bieten Sie Wasser an, kühlen Sie das Fell vorsichtig mit feuchten Tüchern und rufen Sie sofort einen Tierarzt.
Hecheln ist bei Katzen niemals eine gewöhnliche Reaktion, sondern stets ein ernstes Alarmzeichen, das sofortiges Handeln erfordert.
Besonderheiten bei Fahrten im Zug oder Flugzeug
Im Zug reist die Katze durchgehend in ihrer geschlossenen Transportbox. Nutzen Sie ruhige Fahrtphasen an Bahnhöfen oder auf geraden Strecken, um ihr vorsichtig etwas Wasser anzureichen, ohne die Tür vollständig freizugeben.
Bei Flugreisen gelten je nach Airline unterschiedliche Bestimmungen. Informieren Sie sich rechtzeitig über zugelassene Boxenmaße, Mitnahmebedingungen in der Kabine und vorgeschriebene Trinkvorrichtungen für den Transportbehälter.
Behalten Sie die Transportbox im öffentlichen Raum stets geschlossen und stellen Sie sicher, dass Registrierung und Adressdaten Ihrer Katze vorab aktualisiert wurden.
Eine heimisch riechende Decke im Inneren der Box vermittelt Ihrer Katze während der ungewohnten Reiseumgebung zusätzliche Sicherheit und dämpft akustische Reize ab.
Nach der Ankunft: Eingewöhnung und Routine
Bringen Sie Ihre Katze am Reiseziel zuerst in einem ruhigen Zimmer mit frischem Wasser, Futter, gewohnter Katzentoilette und gemütlichen Rückzugsorten unter. Bieten Sie ihr zunächst frisches Wasser an, bevor Sie eine kleine Futterportion servieren.
Bringen Sie nach Möglichkeit vertraute Näpfe oder den gewohnten Katzenbrunnen sowie etwas gewohntes Wasser von zu Hause mit, da unbekannte Behälter oder veränderte Wasserhärte die Katze irritieren und vom Trinken abhalten können.
In den ersten Stunden trinken und fressen viele Tiere kaum. Sollte Ihre Katze jedoch länger als 24 Stunden jede Nahrungs- und Wasseraufnahme verweigern, wiederholt erbrechen oder keinen Urin absetzen, müssen Sie umgehend eine Tierarztpraxis vor Ort aufsuchen.
Recherchieren Sie bereits vor der Abreise die Adresse und Notfallnummer einer Tierklinik in der Nähe Ihres Reiseziels, um im Ernstfall keine kostbare Zeit zu verlieren.
Falls Sie Ihrer Katze fließendes Wasser anbieten möchten, bietet der Veyrulis Katzenbrunnen einen 3,2-Liter-Behälter aus robustem SUS 304 Edelstahl, ein Filtersystem gegen Haare und Schmutzpartikel, einen flüsterleisen Betrieb sowie ein beleuchtetes Sichtfenster zur praktischen Füllstandskontrolle. Er ersetzt jedoch weder eine artgerechte Ernährung noch die fachliche Beratung durch Ihre Tierarztpraxis.
Quellen und weiterführende Literatur
Diese Hinweise dienen der Information und ersetzen nicht den Rat Ihrer Tierärztin oder Ihres Tierarztes.
